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publikation auf frauenweb.at
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Seminararbeit zur Lehrveranstaltung:
AG Kulturtheorie: Kultur als Kapital?
oder: Die Kunst der Distinktion (Pierre Bourdieu)
Wintersemester 1998/99
Andrea Mayer-Edoloeyi
Email: kanal@servus.at
"Pierre Bourdieu zur gender-Konstruktion"
Leitung:
Ass. Prof. Dr. Gerhard Fröhlich
Dipl. Päd. Reiner Stankewitz
Institut für Philosophie und Wissenschaftstheorie
Johannes Kepler Universität Linz
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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
gender Sozialisation
Konstruierter Biologismus
Raushalten, Mitspielen
Symbolische männliche Herrschaft
Geschlechtshabitus - Klassenhabitus
Geschlechtshabitus - vergeschlechtlichter Klassenhabitus
Veränderungen und Kontinuitäten
Komplizinnen der Herrschenden
Kollektive Organisation eines symbolischen Kampfes
Schlußbemerkung
Literaturliste
Fußnoten
Einleitung
Zuerst glaubte ich zu verzweifeln. "Das kann doch kein normaler, praktischer Mensch lesen!" Doch nachdem mich der Ehrgeiz gepackt hatte, es zu verstehen, habe ich durchaus meinen Gefallen an der Literatur von Pierre Bourdieu gefunden. Mit den Beiträgen im Buch "Ein alltägliches Spiel" habe ich wohl auch mit sehr schwierigen Bourdieu-Texten begonnen.
Das Gefallen hat aber nicht nur mit meiner Freude über mich selbst zu tun, daß ich es verstehe, sondern liegt vielmehr darin, daß ich viel der Theorie Bourdieus inhaltlich teile. Ja, diese Theorie kann sogar viel meiner realen politischen Praxis erfassen, viel theoretisch erklären, was ich davor nur "bauchmäßig" erklärt habe. Wenngleich ich auch enttäuscht war, daß es keine Geschlossenheit des theoretischen Systems gibt. Keine Antworten auf alle Fragen. Aber in Bezug zur Geschlechterdifferenz zumindest auf viele. Bourdieu bietet für mich eine gute brauchbare Theorie an, wie die Kategorien "gender" und "soziale Schicht" miteinander in Bezug stehen.
Das Gefallen hat auch etwas mit konkreter Verwertbarkeit zu tun. Anhand der Theorie Bourdieus lassen sich politische und soziokulturelle Projekte entwickeln - meine tägliche Praxis. Diese Ankoppelungsmöglichkeit, diese konkrete Verwertbarkeit für die tägliche Praxis meiner politischen und beruflichen Tätigkeit ist spannend, interessant - und gibt neuen Raum zum Nachdenken, ja Philosophieren. Das geht immer nur dann, wenn ganz konkrete Fragen geklärt sind, wenn damit der Raum zu mehr entsteht.
gender Sozialisation
Das Kind bildet seine geschlechtliche Identität als Hauptbestandteil seiner sozialen Identität zugleich mit seiner Vorstellung von der Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern aus. Biologische und soziale Indizien sind dabei untrennbar verbunden. Das Kind wird sich seiner sexuellen Identität bewußt und übernimmt die gesellschaftlich tradierten sozialen Funktionen von Mann und Frau und damit zugleich eine gesellschaftlich festgelegte Sicht der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung.1
Die faktische Universalität männlicher Herrschaft schließt faktisch die "Entnaturalisierung" bzw. die Relativierung dieser aus. Damit konfrontiert, können die traditionsbestimmten eigenen "Wahlen" als willkürliche, geschichtlich insistierte, in der Sitte und im Gesetz und nicht in der Natur begründete erkannt werden. Der Mann (vir) ist ein besonderes Wesen, sich daß als allgemeines Wesen (homo) erlebt und faktisch und rechtlich das Monopol auf das Menschliche, d.h. das Allgemeine hat. Das kommt durchaus auch in der Sprache zum Ausdruck: z.B. im Englischen men = Mensch und gleichzeitig Mann. Ein Mensch von Ehre (ein Inhaber von symbolischen Kapital) ist per definitionem ein Mann. Dies gilt insbesonders für vorindustrielle Gesellschaften, wie Bourdieu anhand seiner Studien in der Kaylei bewiesen hat.2
Das negative Vorurteil bestätigt sich über eine "self-fullfilling-prophecy" für die Opfer, aber auch für die Täter, für die Beherrschten und die Herrscher.3
Dingen werden Eigenschaften zugeschrieben, die eigentlich gar nichts damit zu tun haben (Essentialismus). Es entsteht aus Mann und Frau das "männliche" im Gegensatz zum "weiblichen Prinzip", gender (soziales Geschlecht) wird in die Körper eingeschrieben.
Frauen, die sich "männlich" verhalten oder Männer, die sich "weiblich" verhalten, rufen noch immer Distanz, Verwunderung hervor - gerade beim eigenen Geschlecht, gerade wenn es sich um den öffentlichen Bereich handelt.
Folgender literarischer Beitrag zeigt die Diskrepanz deutlich auf:
Ein Familienfoto auf seinem Schreibtisch: Er ist ein solider, treusorgender Mann.
Familienfoto auf ihrem Schreibtisch: Ihre Familie kommt vor ihrem Beruf
Sein Schreibtisch ist überladen: Er ist belastbar und fleißig.
Ihr Schreibtisch ist überladen: Sie ist unordentlich und zerfahren.
Er spricht mit Kollegen: Er wälzt geschäftliche Probleme
Sie spricht mit Kolleginnen: Sie klatscht.
Er ist nicht an seinem Schreibtisch: Er wird in einer Konferenz sein
Sie ist nicht an ihrem Schreibtisch: Sie wird auf der Toilette sein
Er ist nicht im Büro: Er trifft sich mit Kunden
Sie ist nicht im Büro: Sie ist einkaufen
Er ist mit dem Chef zum Essen: Er macht Karriere
Sie ist mit dem Chef zum Essen: Sie haben etwas miteinander
Er heiratet: Das gibt ihm mehr Beständigkeit
Sie heiratet: Dann kommt ein Kind und sie geht.
Er kündigt und verbessert sich: Er weiß die Chance zu nutzen.
Sie kündigt und verbessert sich: Frauen sind unzuverlässig4
Konstruierter Biologismus
Der biologische Unterschied zwischen Mann und Frau, ganz besonders der anatomische Unterschied zwischen den Geschlechtsorganen ist, wie alles andere auch, in bestimmten Grenzen offen für mehrere Konstruktionsarten. Die fundamental in die soziale Welt eingeschriebene Herrschaft der Männer läßt diesen Unterschied als unanfechtbare Rechtfertigung für die gesellschaftlich konstruierte Disparität zwischen Männer und Frauen erscheinen. Ursache und Wirkung verkehren sich, in den Köpfen und in den Körpern.5 Bourdieu bezeichnet diesen Zusammenhang zwischen Körper, Gesellschaft und Bewußtsein als "psychosomatische Aktion".6
Frauen sind in der Regel seltener geneigt, sich ihre legitimen Kompetenzen zuzurechnen, selbst wenn sie formal (institutionalisiertes Kulturkapital) die notwendigen Positionen und auch die notwendige Ausbildung inne haben oder wenn sie genügend Erfahrung hätten (inkorporiertes Kulturkapital). Das gilt sowohl für Frauen aus unteren sozialen Schichten als auch für Angehörige der Oberschicht, mutmaßlich insbesonders für "Aufsteigerinnen" durch die Kombination schichtsspezifischer und klassenspezifischer Konstruktionsmechanismen.
Wie die Frauen sind auch die Männer einer gesellschaftlich determinierten Sozialisationsarbeit unterworfen. Auch die Männer sind Gefangene und auf versteckte Weise Opfer der herrschenden Vorstellung. Diese aber entspricht gleichwohl ihren Interessen. Jeder Mann hat beständig die Pflicht, seine Männlichkeit zu bestätigen, er hat Privilegien, aber auch Pflichten, die die "Männlichkeit als Adel" mit sich bringt.7
Raushalten, Mitspielen
Frauen haben das negative Privileg vom Öffentlichen ausgeschlossen zu sein. Sie werden vom Streit um die Privilegien nicht getäuscht und zumindest nicht unmittelbar in der eigenen Person involviert. Sie durchschauen deren Eitelkeit - und solange sie nicht hineingezogen werden sogar oftmals mit amüsierter Nachsicht.
Sie sind distanziert, ausgeschlossen, nehmen aber über emotionale, solidarische Verbundenheit mit dem Spieler über ihn teil. Sie sind dann aber oftmals nicht interlektuell und affektiv beteiligt und können so oft bedingungslose, aber mit der Realität des Spiels wenig vertraute Anhängerinnen werden.8 Frauen nehmen am Spiel mittels Stellvertretern teil, d.h. aus einer zugleich außenstehenden wie untergeordneten Position.9
Symbolische männliche Herrschaft
Männliche Herrschaft ist ein besonderer Fall von allgemeiner symbolischer Herrschaft. Anhand männlicher Herrschaft lassen sich am besten moderne Herrschaftsformen begreifen. Bourdieu meint, die Konstruktion einer allgemeinen gesellschaftlichen Theorie der symbolischen Herrschaft ist heute vielleicht das politisch Dringlichste, weil symbolische Herrschaft gleich wichtig, wenn nicht wichtiger ist als ökonomische Herrschaft.10
Das fundamentale Gesetz aller ernsten Spiele ist das Isotimieprinzip, das Prinzip gleicher Ehre. Die Herausforderung zählt nur, wenn sie von einem Menschen gleicher Ehre - also einem Mann - ausgesprochen wurde. Wirkliche Ehre kann nur die Anerkennung von einem Mann (im Gegensatz zur Frau) gezollt werden - und zwar von einem Ehrenmann. Je größer dessen symbolisches Kapital ist, desto relevanter ist er. Frauen sind von vornherein ausgeschlossen aus dem Spiel. Die "mystische Demarkationslinie", von der Virgina Woolf spricht, trennt Kultur von der Natur, das Öffentliche vom Privaten, usw. wobei den Männern das Monopol auf Kultur und Öffentlichkeit zufällt.
Frauen sind von der Welt des Öffentlichen ausgeschlossen und ins Private verwiesen, damit sie zu Instrumenten der Reproduktion des sozialen und symbolischen Kapitals werden können.11
Bei Bourdieus theoretischer Literatur finden sich keine Hinweise auf reale Gewaltverhältnisse (obwohl alle Statistiken belegen, daß die Frauenhäuser voll sind) und er beschäftigt sich auch nicht mit den ökonomischen Verhältnissen, die direkte und indirekte Abhängigkeiten der Frauen von (ihren) Männer konstruieren (z.B. die Ehefrau und Mutter, die keine Chancen am Arbeitsmarkt hat und darum von ihrem Mann abhängig ist). Relevant ist dieser Aspekt aber z.B. im eher empirisch angelegten "Elend der Welt"12, hier schildern Bourdieu und seine MitautorInnen sehrwohl genau diese Zustände, die "alltägliches Leiden an der Gesellschaft" gerade für Frauen produzieren.
Diese realen Gewaltverhältnisse in den Mann-Frau-Beziehungen und in der gesamten partriarchalen Gesellschaft sind eine der Vorausetzungen für die Reproduktion des Geschlechtshabitus - durch eine Praxis der Körper.
Geschlechtshabitus - Klassenhabitus
Frauen wie Männer werden durch die Hauptvariabeln, d.h. das ökonomische Kriterium, das kulturelle Kriterium, die Besitzdauer des ökonomischen, des kulturellen Kapitals definiert - Frauen stehen aber stets weiter unten. Es gibt eine gewisse Klassenhomogenität, Frauen haben "dieselben" Eigenschaften wie ihre Männer. Bedeutend ist aber der Unterschied im Zugang zum öffentlichen Raum; dieser trennt Frauen und Männer radikal voneinander.
Geschlecht ist eine ganz fundamentale Dimension des Habitus. Bourdieu neigt zur Annahme, daß die Geschlechtssozialisiation nicht von der Sozialisation für eine soziale Position zu trennen ist.13
Die sozialen Teilungen unter den Frauen führen zu Unterschieden in ihrer Sicht der Lage der Frau und der männlichen Herrschaft. Dies stellt ein Hindernis für eine feministische Bewegung dar.
Frauen, die mittlerweile von den Emanzipations- und Befreiungsbewegungen profitiert haben, bleibt trotz errungener Positionen strukturell in den untergeordneten Regionen des sozialen Raums.14
So ist z.b. die Integration der Frauen in die Erwerbsarbeit als Erfolg der Frauenbewegung zuwerten. Gleichzeitig finden sich Frauen noch immer in den untergeordneten Positionen oder in "dienenden" Feldern.
Die Zahl der beruftstätigen Frauen stieg zwischen 1981 und 1991 stärker (11%) als jene der Männer (6%). Der Anteil der Frauen an den Erwerbstätigen beträgt knapp 42%. 62,7% der Österreicherinnen zwischen 15 und 60 Jahren sind berufstätig (1981: 57,9%).
Der Anteil der erwerbstätigen Frauen korreliert negativ mit der Kinderanzahl, ebenso das Verheiratetsein. Die typischen Frauenberufe sind nach wie vor Büro- und Dienstleistungsberufe, die Handelsberufe und die Reinigungsberufe. In der obersten Hierachieebene bei den unselbständig Erwerbtätigen arbeiten nur 4,6% der weiblichen Angstellten und Beamtinnen. Obwohl das Bildungsniveau der Frauen gestiegen ist, führt eine gute Ausbildung bei Frauen weit seltener zu einem adäquaten beruflichen Einsatz. Zweidrittel der geringfügig Beschäftigten sind Frauen und verfügen somit über eine mangelhafte arbeits- und sozialrechtliche Absicherung. Während nur 1,6% der Männer Teilzeit arbeiten, beträgt dieser Anteil bei den Frauen 20%. Auch die Arbeitslosigkeit der Frauen liegt über der der Männer.15
Noch immer wird Hausarbeit nicht als wirkliche Arbeit anerkannt. Gerade aufgrund ihrer Existenz wird die Hausarbeit negiert und verleugnet. Diese muß nun von den Frauen, die ins Erwerbsarbeitsleben eingetreten sind, obendrein noch erledigt werden.16
In diesem Sinne muß Bourdieus Modell des "Raums als soziale Position", in dem er die Wirkungsweise von ökonomischen und kulturellem Kapital auf die Position eines Menschen im sozialen Raum darstellt17, um eine dritte Achse erweitert werden. Nur wenn man/frau dieses Modell dreidimensional darstellt, kann die spezifische Rolle von Frauen berücksichtigt werden - als diejenigen die stets weiter unten stehen.
Geschlechtshabitus - vergeschlechtlichter Klassenhabitus
Die Klassensozialisation ist grundlegend, selbst wenn sie zutiefst von der Geschlechtssozialisation beeinflusst wird.18
Aus dem Geschlecht eine Hauptvariable zu machen, kann mystifizierende Effekte haben. Frauen höherer Positionen können im Namen der Einheit des gender Frauen mit niedrigerem sozialen Status dominieren.19
Wissenschaftliche Erkenntnisse über die Konstruktionsmechanismen von Herrschaft können einen verstärkenden Effekt haben, um die fortbestandssichernden Mechanismen zu "rationalisieren". Gleichzeitig können sie aber einen destabilisierenden Effekt haben, indem sie die Bewußtwerdung und die Mobilisierung der Opfer fördern.
Bourdieu hält in diesem Zusammenhang die women studies für ein gewisses wissenschaftliches Ghetto. Die Übersetzung eines durch eine beherrschte soziale Gruppe gestellten Problemes umstandslos in eine soziologische Fragestellung, verurteilt dazu im Vornhinein das zu verfehlen, was gerade die Realität des Gegenstandes ausmacht.20 Dies paßt durchaus in seine grundlegende Kritik am (klassisch marxistischen) Klassenbegriff, dessen Annahme einer Einheitlichkeit er in Frage stellt. Die Kategorie "Klasse" ist nur ein Begriff im Kopf der WissenschaftlerInnen.21
Veränderungen und Kontinuitäten
Gerade in den Mittelschichten haben Angleichungen zwischen Männer und Frauen stattgefunden, vor allem vermittelt über einen egalitäreren Bildungszugang und den Zugang zur Erwerbsarbeit von Frauen.
Der heutige Neo-Machismo überschätzt die Veränderungen und unterschätzt die Kontinuitäten. Er macht sich sogar Veränderungen zu nutze, um Konstanten zu verstärken.22
Ein Bespiel ist hierfür die "sexuelle Befreiung". Freie Sexualität hat zum einen dazu beigetragen althergebrachte Zwänge auch für die Frauen zu überwinden, gleichzeitig wird sie zum Instrument, um Frauen ständig für die Männer verfügbar zu machen.
Heute ist männliche Herrschaft etwas, das man verteidigen oder rechtfertigen muß, es gibt keine Selbstverständlichkeit mehr. Diese und andere sichtbare Veränderungen (z.B. im Zugang zur Erwerbsarbeit) verbergen Kontinuitäten sowohl in den Strukturen, wie in den Repräsentationen.23
Als weiteres Beispiel mag das Konzept der "political correctness" gelten. Ursprünglich ein Konzept zorniger Randgruppen in den USA zur Emanzipation von Minoritäten gegenüber der Mehrheitskultur, läuft es Gefahr, selbst in den Widerspruch zu freier Meinungsäußerung zu geraten. Zudem verändert es gesellschaftliche Machtverhältnisse nicht, wenn zwar "correct" über Frauenfragen gesprochen wird, sich die gesellschaftlichen Realitäten aber nicht verändern.24
Die Revolution der symbolischen Ordnung
Die Revolution der symbolischen Ordnung ist notwendig. Gleichzeitig reicht sie nicht aus, um die männliche Herrschaft zu brechen. Um erfolgreich zu sein muß sie die Weltsichten verändern, d.h. die Prinzipien der Einteilung und Aufteilung der natürlichen und sozialen Welt. Diese bleiben, da sie in Form körperlicher Dispositionen von großer Wirkungskraft existieren, dem Zugriff des Bewußtseins und der rationalen Argumentation entzogen.25
Der gesellschaftliche geformte Körper ist auch ein politisierter Körper, eine inkorporierte Politik.26 Nicht umsonst proklamierte die Neue Frauenbewwegung "Das Private ist politisch!"
Männliches Charisma ist zum Teil Charme der Macht. Der Besitz von Macht übt zum Teil einen verführerischen Reiz auf Körper aus. Sexuelle Erfahrung ist durch die Einschreibung der politischen Dispositionen in Form von körperlichen Dispositionen selbst politisch ausgerichtet.27
Das Fundament der symbolischen Gewalt bildet nicht mystifiziertes Bewußtsein, sondern Dispositonen, die an Herrschaftsstrukturen angepaßt sind, deren Produkt sie sind. Nur wenn die gesellschaftlichen Produktionsbedingungen dieser Dispositionen verändert werden, werden die Dominierten den Herrschenden und sich selbst gegenüber einen anderen Standpunkt einnehmen.28 Das Spiel der symbolischen Unterscheidungen bleibt ein Spiel der Privilierten, die es sich leisten können, die wahren Gegensätze, nämlich die der Herrschaft, zu verschleiern.29
Die Bewußtmachung dieser Mechanismen ist für Bourdieu Vorausetzung ihrer Überwindung. Ein im Zusammenhang mit Bewußtwerdung relevanter, aber vermutlich von Bourdieu in Frage gestellter Theorieanstatz, ist der der italienischen Philosophinnengemeinschaft DIOTIMA, der von einem bewußten Bezug der Frauen aufeinander ausgeht: affidamento.30
Komplizinnen der Herrschenden
Männliche Herrschaft ist nur durch eine abgepreßte und gleichsam unbewußte Komplizinnenschaft der Frauen möglich. Männliche Herrschaft trifft auf eine Unterwerfungsbereitschaft, die alleine mit den Waffen des Bewußtseins umso schwerer abzubauen ist, als sie sich in den Gewohnheiten des Körpers niedergeschlagen hat. Männliche Herrschaft, die die Frau als symbolisches Objekt konstituiert, dessen Sein das Wahrgenommen-Sein ist, hat den Effekt, daß die Frauen in den Zustand ständiger körperlicher Unsicherheit oder besser symbolischer Entfremdung versetzt sind.31 Die symbolische männliche Herrschaft beruht nicht auf einer freiwilligen Entscheidung eines aufgeklärten Bewußtseins, sondern auf einer unmittelbaren und vorreflexiven Unterwerfung der sozialisierten Körper.
Diese Schemata konstruieren Machtverhältnisse, indem sie sie vom Standpunkt derjenigen aus als natürliche erscheinen lassen, die in ihnen ihre Herrschaft behaupten. Dazu werden Ensembles von als Wahrnehmungskategorien fungierenden Gegensatzpaaren verwendet. So nimmt z.B. ein/eine Beherrschte/r jedesmal, wenn er/sie eine, der für die Einteilung der konstitutiven Kategorien (wie brilliant/ernsthaft, distingiert/vulgär, einmalig/gewöhnlich) verwendet, in bezug auf sich selbst, ohne es zu wissen, einen herrschenden Standpunkt ein und übernimmt damit gewissermaßen die Logik des negativen Vorurteils.32
"Die patriarchale Gesellschaft ist eine, in der das männliche Geschlecht die Chance der Ausübung von Macht über Frauen hat. Die Ausübung dieses Machtsverhältnisses funktioniert jedoch nicht, wenn die Machtunterworfenen in diesem Verhätlnis nicht auch Interessen verfolgen und Bedürfnisse befriedigen können. Die Zweiseitigkeit dieses Verhältnisses verweist auf die Beteiligung der Frauen an der Aufrechterhaltung partriarchaler Strukturen und die Schwierigkeiten ihrer Auflösung".33
Kollektive Organisation eines symbolischen Kampfes
Nur eine kollektive Organisation eines symbolischen Kampfes wäre imstande, alle diese stillschweigenden Voraussetzungen der männlichen Herrschaft in Frage zu stellen. Dieser Bruch ist die Vorrausetzung für eine wirkliche kollektive Umkehrung der mentalen Strukturen - der Beherrschten und der Herrschenden. Die Befreiung der Frau hat eine wirklich kollektive Kontrolle der Herrschaftsmechanismen als unabdingbare Vorausetzung. Die benachteiligte Stellung der Frauen in der Produktion und Reproduktion des symbolischen Kapitals muß aufgehoben werden.34
Wie diese kollektive Organisation aussehen kann, schreibt Bourdieu nicht. Er anaylisiert aber, daß nicht nur Organisiertheit relevant für gesellschaftliche Veränderungen ist, z.B. für die Herausbildung eines neuen Kleinbürgertums der Nach-68-er.
Im Zuge der Frauenbewegung, gerade der 70-er Jahre, wurde vor allem auch ein symbolischer Kampf geführt. Es ging u.a. um die Überwindung von Schönheitsidealen, von der Pflicht zum Schmuck, ja um die Befreiung der Einengung des weiblichen Körpers, um die Verschiebung der Verfügungsgewalt über den Körper.35
Schlußbemerkung
Es hat sich im Zuge dieser Seminararbeit herausgestellt, daß der an Bourdieu formulierte Vorwurf, er hätte keinen Sinn für gender-Konstruktionen nicht stimmt. Alles was Bourdieu zum Thema Geschlechterdifferenz sagt, ist im Lichte seiner anderen theoretischen Arbeiten zu sehen. Er entwickelt seine gender-Theorie nicht isoliert, sondern stellt sie in einen Gesamtkontext.
Das machte die Formulierung dieser Seminararbeit für mich nicht gerade einfach, immer wieder was es ein Nachlesen, Nachsehen, was Bourdieu ansich zu dieser Frage sagt und wie das nun im gender-Kontext zu sehen wäre.
Doch alles in allem ergibt es Sinn, die Theorie macht Realität durchschaubarer. Und um bei ihm zu blieben: Die symbolische männliche Herrschaft kann sich erst ändern, wenn wir Frauen sie durchschauen und kollektiv verändern!
Literaturliste
Michael Bonder, Ein Gespenst geht um die Welt: Political Correctness, Frankfurt/Main 1995
Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997
Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997
Pierre Bourdieu, Sozialer Sinn, Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt/Main 1993/1997
Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede, Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt/Main 1979/1998
Pierre Bourdieu et al., Das Elend der Welt, Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft, Konstanz 1997
Roswitha Burgard, Gaby Karsten, Die Märchenonkel der Frauenfrage, Friedrich Engels und August Bebel, Berlin 1981
Gerhard Fröhlich, Kapital, Habitus, Feld, Symbol, Grundbegriffe der Kulturtheorie bei Pierre Bourdieu, in: Ingo Mörth, Gerhard Fröhlich (Hrsg.), Das symbolische Kapital der Lebensstile, Zur Kultursoziologie der Moderne nach Pierre Bourdieu, Frankfurt/Main, 1994
Bundesministerin für Frauenangelegenheiten/Bundeskanzleramt (Hrsg.), Frauen in Österreich 1985-1995
Gerhard Fröhlich, Die Einverleibung der Schätze und Zwänge, Linz 1997
Andrea Günther, Weibliche Autorität, Freiheit und Geschlechterdifferenz, Bausteine einer feministischen politischen Theorie, Königstein/Taunus, 1996
Isabelle Graw, Nach allen Regeln der Kunst, in: Cornelia Eichhorn, Sabine Grimm (Hrsg.), Gender Killer, Texte zu Feminismus und Politik, Berlin 1994
Antje Hagel, Antje Schuhmann, Aufstieg und Fall der Frauenbewegung, in: Cornelia Eichhorn, Sabine Grimm (Hrsg.), Gender Killer, Texte zu Feminismus und Politik, Berlin 1994
Brigitte Menne, Wir Frauen am Land, Ergebnisse regionaler Kultur- und Bildungsarbeit im Mühlviertel, Wien, 1994
Elisabeth Rathenböck et al, Frauen/Kultur-Frauen, Bausteine und Beispiele zur weiblichen Teilnahme am Kulturbetrieb, 1. Band der KUPF-Studienreihe, Linz 1997
1 Pierre Bourdieu, Sozialer Sinn, Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt/Main 1993/1997, Seite 144f
2 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 160
3 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 162
4 Impressions von N. Josefowitz, Impressions from a office, N.Y 1983, zitiert nach Ilse Dickinger, in: Frauen/Kultur-Frauen, Bausteine und Beispiele zur weiblichen Teilnahme am Kulturbetrieb, 1. Band der KUPF-Studienreihe, Linz 1997, Seite 50
5 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 167
6 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 174
7 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 187ff
8 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 196ff
9 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 200
10 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 220
11 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 204f
12 Pierre Bourdieu et al., Das Elend der Welt, Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft, Konstanz 1997
13 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 221 f.
14 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 223f
15 Bundesministerin für Frauenangelegenheiten/Bundeskanzleramt (Hrsg.), Frauen in Österreich 1985-1995, Seite 45ff
16 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 208f
17 Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede, Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt/Main 19979/1982/1987, Seite 212f
18 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 224
19 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 224f
20 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 214
21 Pierre Bourdieu, Die feinen Unterschiede, Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt/Main, 1979/1998
22 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 225
23 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 226
24 interessante Literatur dazu: Michael Bonder, Ein Gespenst geht um die Welt: Political Correctness, Frankfurt/Main 1995
25 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 227
26 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 186
27 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 201f
28 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 230
29 Subzitat Pierre Bourdieu, Zur Soziologie der symbolischen Formen, Frankfurt/Main 1974, Seite 72f; in: Gerhard Fröhlich, Kapital, Habitus, Feld, Symbol, Grundbegriffe der Kulturtheorie bei Pierre Bourdieu, in: Ingo Mörth, Gerhard Fröhlich (Hrsg.), Das symbolische Kapital der Lebensstile, Zur Kultursoziologie der Moderne nach Pierre Bourdieu, Frankfurt/Main, 1994, Seite 51
30 unter anderem: Andrea Günther, Weibliche Autorität, Freiheit und Geschlechterdifferenz, Bausteine einer feministischen politischen Theorie, Königstein/Taunus, 1996
31 Eine sanfte Gewalt, Pierre Bourdieu im Gespräch mit Irene Dölling und Magareta Steinrücke, 1994, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 228f
32 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 165
33 Subzitat Marianne Rosenstein, Feministische Stadt- und Regionalforschung. Ein Überblick über den Stand, aktuelle Probleme und Entwicklungsmöglichkeiten, in: Dörrhofer Kerstin (Hrsg.), Stadt-Land-Frau. Soziologische Analysen, feministische Planungsansätze, Freiburg/B, 1990, zitiert nach Brigitte Menne, Wir Frauen am Land, Ergebnisse regionaler Kultur- und Bildungsarbeit im Mühlviertel, Wien, 1994, Seite 25
34 Pierre Bourdieu, Die männliche Herrschaft, in: Irene Dölling, Beate Krais (Hrsg.), Ein alltägliches Spiel, Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis, Gender Studies, Frankfurt/Main 1997, Seite 215ff
35 Antje Hagel, Antje Schuhmann, Aufstieg und Fall der Frauenbewegung, in: Cornelia Eichhorn, Sabine Grimm (Hrsg.), Gender Killer, Texte zu Feminismus und Politik, Berlin 1994, Seite 69ff
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